AusgleichsSport & AntiStress für Erwachsene
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Sicherer leben mit Selbstverteidigung?
Ich gehe. Nein, ich laufe. Meine Schritte werden immer schneller. Ich fange an zu rennen. Der U-Bahn-Schacht liegt hinter mir. Ich bin schon ziemlich außer Atem. Noch eine Ecke und ein halber Häuserblock, dann habe ich es endlich geschafft. Ich stecke den Wohnungsschlüssel ins Schloss und drehe ihn herum. Tür auf, rein, Tür zu. Ich bin zu Hause. Vielleicht bin ich ängstlich. Aber der Typ, der mich vorhin nach Kleingeld und Zigaretten gefragt hat, war durchtrainiert und trug eine mit Nieten bespickte Lederjacke. Und ja, es war drei Uhr nachts. Er ist mir gefolgt, als ich ihm nichts geben wollte - und nach ein paar hundert Metern hatten sich zwei seiner Freunde hinzugesellt. Auf einmal klebten drei Kerle an meinen Fersen. Aber muss ich denn immer gleich davon laufen? Vielleicht fehlt mir einfach nur ein selbstbewussteres Auftreten. Ich beschließe, mich gleich morgen nach ein paar Selbstverteidigungskursen umzusehen. Karate zur Selbstverteidigung? Und wie läuft so ein Training ab? Auch hier gibt Wikipedia Auskunft: "Sobald der Meister oder ein von ihm befugter Sempai den Beginn des Trainings zu erkennen gibt, erfolgt die Aufstellung. Dabei stellen sich Meister und Schüler frontal zueinander auf, und nehmen den Stand Musubi-Dachi ein", heißt es. Halt, Stopp! Ich will doch nur Selbstverteidigung lernen! Was soll ich da mit Begrüßungszeremonien anfangen? Und auch mit einem "Ki-Fluss" im eigenen Körper, den ich während meiner Meditation spüren soll, kann ich wenig anfangen. Im Geiste spiele ich wieder einmal ein Disco-Erlebnis vom Wochenende durch: "Ey, brauchst du was aufs Maul?" - "Entschuldigung, ich muss zunächst meinen Ki-Fluss steuern, bevor ich mich mit dir beschäftigen kann." Hm. Irgendwie bezweifle ich die Alltags-Tauglichkeit von Karate. Luftboxen und Liegestützen "Ein Jahr musst du schon rechnen, um ordentlich Kickboxen zu können", führt mich Micha in die Realität zurück. Ein Jahr? Ich glaube kaum, dass ich so viel Zeit in meine Selbstverteidigung investieren möchte. "Generell rate ich dazu, Gefahrensituationen aus dem Weg zu gehen", meint Micha. Aber was mache ich, wenn es bereits zu spät ist? Einen Angriff mit einem Gegenschlag zu beantworten, hält Trainer Michael Stephan für keine gute Idee: "Das bringt eine Situation nur zur Eskalation. Niemand kann abschätzen, wie gewaltbereit der Angreifer wirklich ist." Gefahrensituationen vermeiden Ich beschließe also, mehr Sport zu treiben - und die nächste Gefahrensituation trotzdem zu umgehen. |






